Selbstfürsorge
Denn auf Ihr Wohlergehen kommt es (auch) an!
Denn auf Ihr Wohlergehen kommt es (auch) an!
Bei aller Liebe: Denken Sie bitte auch an sich selbst.
Die Alzheimer-Krankheit eines Partners, einer Partnerin oder eines Elternteils kann Sie ängstlich, wütend, verzweifelt oder traurig machen und überfordern. Alles davon ist sehr verständlich. Achten Sie auf sich. Nicht nur, weil Sie für den lieben Menschen enorm wertvoll und kostbar sind. Sie sind es wert. Sichern Sie sich selbst Unterstützung und Freiräume.
Ihre Bedürfnisse sind wichtig
Das Zusammenleben mit einem Menschen mit Alzheimer-Krankheit kann fordernd und manchmal auch überfordernd sein. Sie schlafen schlecht und sind dauernd erschöpft? Das sind Warnzeichen. Auch wenn Sie sich immer mehr sozial zurückziehen, kann das auf Überforderung hinweisen. Voll für Ihren Angehörigen mit Alzheimer-Krankheit da zu sein, bedeutet nicht, sich komplett aufzuopfern. Es ist wichtig, sich diesen Satz zu sagen: „Auch wenn ich mich liebevoll kümmere: Ich denke auch an mich, ich darf mir Gutes tun und lachen und leben.“ Mit dieser Haltung fällt es leichter, Unterstützung zu suchen und anzunehmen.
Sich emotional stärken lassen
Wenden Sie sich an Freundinnen und Freunde, die ein offenes Ohr für Sie haben und mit denen Sie schöne Dinge unternehmen. Auch Selbsthilfegruppen für Angehörige geben Kraft und Mut. Wenn Sie niedergeschlagen und deprimiert sind, kann psychotherapeutische Unterstützung helfen. Es ist kein Makel, Hilfsangebote zu nutzen, sondern absolut richtig und angemessen.
Stress und negative Energie abbauen

Gönnen Sie sich bewusst Auszeiten und machen Sie Dinge, die Sie entspannen. Bewegung wirkt oft wohltuend, zum Beispiel ein Spaziergang. Vielen Menschen tun Meditation und autogenes Training gut. Außerdem: Planen Sie möglichst für jeden Tag etwas ein, das Ihnen Freude macht. Das kann zusammen mit dem Betroffenen sein, mit anderen – oder auch allein.
Freiräume schaffen und verteidigen
Planen Sie zum Beispiel Freizeitaktivitäten, Ruhephasen oder auch Urlaub ein. Sie haben das gute Recht, Unterstützung einzufordern. Informieren Sie sich bei der Pflegeberatung Ihrer Krankenkasse über professionelle Entlastungsangebote durch die Pflegeversicherung. Holen Sie sich bei einer Selbsthilfeorganisation Rat in Bezug auf konkrete Unterstützungsangebote ein. Die Verhinderungspflege kann Ihnen zum Beispiel den Freiraum für einen Urlaub geben. „Alltagsbegleiter“ bzw. Betreuungsassistenten verschaffen Ihnen Luft im normalen Leben. Vielleicht können Sie auch andere Angehörige oder den Freundeskreis aktivieren.
Ganz wichtig: Betreuende Angehörige neigen dazu, persönliche Interessen und Freiräume (vor)schnell aufzugeben, wenn etwas dazwischenkommt. Verteidigen Sie Ihre „Ich“-Zeiten! Gute Organisation und Konsequenz sorgen dafür, dass das nicht zum Nachteil für Ihre Angehörige oder Ihren Angehörigen wird. Im Gegenteil – geht es Ihnen gut, ist das für alle besser!
Auch gemeinsam schöne Dinge erleben

Ein guter Kontakt zu Ihrer oder Ihrem Angehörigen mit Alzheimer: Das kann besonders stärkend und verbindend sein. Machen Sie Dinge, die Ihnen gemeinsam gut tun. Erleben Sie, was zusammen möglich ist und Freude macht. Das richtet den Blick auf das Positive und weg vom Verlust und Mangel.
Verständnis für sich selbst haben

Sie gehen mit Verständnis und Einfühlungsvermögen auf Ihre Angehörige oder Ihren Angehörigen mit Alzheimer zu. Schenken Sie dieses Verständnis auch sich selbst! Richten Sie den Blick auf die positiven Dinge, die ein Tag gebracht hat. Machen Sie sich bewusst, dass Sie Ihr Bestes geben und enorm wertvoll sind. Ihnen sind Fehler passiert, Sie hätten rückblickend gern etwas anders gemacht? Fehler sind menschlich. Außerdem sind gerade pflegende Angehörige mit sich selbst oft überkritisch. Vertrauen Sie auf sich – aber bürden Sie sich nicht alles auf.
Hilfreiche Links und Stellen
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.: Unterstützung für Angehörige
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz
Alzheimer Telefon: 030 259 37 95 14
DE-NON-24-00006 Biogen-260215