Was ist das?
Alzheimer: Was ist das?
Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste und bekannteste Ursache von Demenz. Sie entsteht im Verborgenen, entwickelt sich langsam über Jahre hinweg und führt zu Veränderungen im Gehirn. Menschen mit der Alzheimer-Krankheit werden zunehmend vergesslich – Erinnerungen und Fähigkeiten, die im Alltag benötigt werden, gehen verloren und damit schließlich die Selbständigkeit.
Was ist der Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz?
Bei der Demenz handelt es sich um einen Oberbegriff. Eine Demenz kann im Zusammenhang mit mehreren Erkrankungen auftreten, die krankhafte Veränderungen des Gehirns mit sich bringen. Bei der Alzheimer-Krankheit tritt im fortgeschritteneren Stadium eine Demenz auf. Die Alzheimer-Krankheit ist die Ursache der Demenz, deshalb wird sie auch als Alzheimer-Demenz bezeichnet.
Wer ist von der Alzheimer-Demenz betroffen?
Ende 2023 lebten in Deutschland knapp 1,8 Millionen Menschen mit Demenz. Die häufigste Ursache für Demenz ist die Alzheimer-Krankheit. Im Jahr 2023 erhielten etwa zwischen 364.000 und 445.000 Menschen im Alter von 65 Jahren und älter eine neue Demenz-Diagnose. Durch den demografischen Wandel steigt die Zahl der Betroffenen zukünftig weiter an. Sollte es keinen bedeutenden Fortschritt in der Prävention oder Therapie geben, könnten aktuellen Schätzungen zufolge im Jahr 2050 in Deutschland bis zu 2,7 Millionen Menschen ab 65 Jahren an Demenz erkrankt sein.1
Welche Symptome können auftreten?
Es ist normal, sich im Alter nicht mehr so schnell auf neue Gegebenheiten und Situationen einstellen zu können wie früher. Die geistigen Fähigkeiten, zum Beispiel das Gedächtnis und die Lernfähigkeit, nehmen mit dem Älterwerden ab. Bei Menschen mit der Alzheimer-Krankheit lassen die geistigen Fähigkeiten jedoch deutlich stärker nach. Dies wird häufig zuerst beim Kurzzeitgedächtnis sichtbar: Betroffene vergessen aktuelle Ereignisse, während sie sich an lange zurückliegende Dinge noch gut erinnern können. Im Verlauf der Alzheimer-Krankheit verschlechtert sich jedoch auch das Langzeitgedächtnis. Außerdem haben die Betroffenen zunehmend Probleme damit, die richtigen Worte zu finden und sich an die Bedeutung einzelner Begriffe zu erinnern.
Mit fortschreitender Erkrankung verändern sich auch die Persönlichkeit und das Verhalten der Betroffenen. Sie können unruhig, depressiv oder aggressiv werden.2 Auch die Sprachfähigkeit und das Urteilsvermögen lassen nach.
Wie verläuft die Alzheimer-Krankheit?
Die Alzheimer-Krankheit ist eine chronische Erkrankung, die über mehrere Jahre fortschreitet. Neue Forschungen zeigen, dass die krankhaften Veränderungen im Gehirn der Betroffenen bereits Jahre oder Jahrzehnte, bevor erste Anzeichen der Erkrankung auftreten, beginnen.3 Dieses frühe Stadium ist zu einem wichtigen Forschungsschwerpunkt geworden, da Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen davon ausgehen, dass eine frühe Behandlung die besten Aussichten auf Erfolg bietet.
Der Verlauf der Erkrankung ist von Person zu Person verschieden. Dennoch lassen sich vier Stadien beschreiben:

Stadium 1: Leichte kognitive Störung
Betroffene in diesem ersten Stadium haben nur leichte geistige Einschränkungen, die von den Betroffenen selbst und von Angehörigen nur teilweise bemerkt werden. In klinischen Tests sind die Beeinträchtigungen jedoch nachweisbar. Menschen in diesem Stadium sind in ihrem Alltag nicht stark eingeschränkt und kommen auch ohne Hilfe durch andere Personen zurecht. Bei jungen Betroffenen (unter 65 Jahren) ist auch die Arbeitsfähigkeit weiterhin gegeben. Allerdings können sie Herausforderungen im Job begegnen, zum Beispiel durch eine verminderte Leistungsfähigkeit oder im sozialen Miteinander.
Wichtig: Jeder Demenz-Erkrankung, auch die der Alzheimer-Krankheit, geht die sogenannte Phase einer leichten kognitiven Störung voraus. Umgekehrt entwickelt sich jedoch nicht aus jeder leichten kognitiven Störung eine Demenz oder Alzheimer-Krankheit.4
Stadium 2: Leichte Demenz
Betroffene in diesem Stadium zeigen noch stärkere Symptome der Alzheimer-Krankheit. Sie werden vergesslicher und die Konzentrationsfähigkeit lässt nach. Komplexere alltägliche Aufgaben können eine große Herausforderung darstellen. Den Betroffenen fällt es immer schwerer, ein vollkommen selbständiges Leben zu führen. Das kann dazu führen, dass die Betroffenen Ängste, Stressgefühle, aber auch Aggressionen und Schamgefühle entwickeln. Manche Menschen mit der Alzheimer-Demenz im frühen Stadium sind reizbar und leiden unter depressiven Verstimmungen.2
Stadium 3: Mittelschwere Demenz
Betroffene in diesem Stadium können noch selbständig essen und trinken, Körperhygiene durchführen und eventuell auch einfache Tätigkeiten zu Hause verrichten. Sie brauchen aber Erinnerung durch andere Personen und können kein selbständiges Leben mehr führen. Komplexere Aufgaben wie Spazierengehen, Kochen, Putzen oder Einkaufen sind nur mit Unterstützung möglich. Insgesamt steigt das Risiko, dass die Betroffenen sich verirren und nicht mehr nach Hause finden oder Dinge vergessen, wie zum Beispiel das Bügeleisen auszuschalten, und dadurch sich und andere gefährden. Die Sprechfähigkeit und das Sprachverständnis werden schlechter und häufig ist auch der Tag-Nacht-Rhythmus gestört. Es fällt den Betroffenen zunehmend schwerer, Vergangenheit und Gegenwart zu unterscheiden.2
Stadium 4: Schwere Demenz
Betroffene im fortgeschrittenen Stadium sind durchgängig und auch bei einfachen Tätigkeiten, wie zum Beispiel Essen und Trinken, auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. Auch das Sprechen und Verstehen kann so schwierig sein, dass Unterhaltungen kaum noch möglich sind. Die Betroffenen erkennen selbst nahestehende Personen nicht mehr. Sie leiden unter Halluzinationen, sind unruhig oder erleben vermischte Ereignisse aus Gegenwart und Vergangenheit.2,4 Auch die Kontrolle über Körperfunktionen kann verloren gehen und der körperliche Verfall kann bis zur Bettlägerigkeit führen.5
Das Wahrnehmen von frühen Veränderungen und Symptomen kann dazu beitragen, eine Alzheimer-Krankheit frühzeitig zu erkennen. Daher ist es wichtig, diese ersten Symptome nicht als „Altersvergesslichkeit“ abzutun und zu ignorieren, sondern ärztlich abklären zu lassen. Eine frühe Diagnose kann es den Betroffenen sowie ihren Angehörigen ermöglichen, die Zukunft zu planen und ihren Lebensstil so anzupassen, dass sie ihre Selbständigkeit so lange wie möglich erhalten können.
Was sind die Ursachen der Alzheimer-Krankheit?
Die Ursachen für die Entstehung der Alzheimer-Krankheit sind bis heute nicht vollständig geklärt. Es gilt jedoch als gesichert, dass die Anreicherung bestimmter Ablagerungen (Amyloid-Protein) im Gehirn charakteristisch für die Alzheimer-Krankheit sind. Bei gesunden Menschen werden diese bestimmten Ablagerungen (Amyloid-Protein) wieder abgebaut, bei den an der Alzheimer-Krankheit erkrankten Personen ist dieser Prozess jedoch gestört. Das Amyloid-Protein stört die Kommunikation der Nervenzellen untereinander. Letztendlich sterben die Nervenzellen ab. Dadurch kommt es zum Gedächtnisverlust und zu Einschränkungen bei alltäglichen Aufgaben.3

Referenzen
1. Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE)Faktenzentrale. Aufrufbar unter: https://www.dzne.de/aktuelles/hintergrund/faktenzentrale/#:~:text=Bev%C3%B6lkerungsanteil%3A%20Im%20J ahr%202021%20waren,jede%20siebte%20Person%20%5B4%5D.. [Letzter Zugriff am 09.04.2025]
2. gesund.bund.de: Alzheimer-Demenz. Aufrufbar unter: https://gesund.bund.de/alzheimer-demenz#symptome. [Letzter Zugriff am: 18.06.2024]
3. Alzheimer Forschung Initiative e.V. Alzheimer: Ursachen und Veränderungen im Gehirn. Aufrufbar unter: https://www.alzheimer-forschung.de/alzheimer/wasistalzheimer/veraenderungen-im-gehirn/. [Letzter Zugriff am: 18.06.2024]
4. Alzheimer Forschung Initiative e.V. Vier Stadien: Verlauf der Alzheimer-Demenz. Aufrufbar unter: https://www.alzheimer-forschung.de/alzheimer/symptome/stadien/. [Letzter Zugriff am 29.11.2023]
5. Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz. Aufrufbar unter: https://www.deutsche-alzheimer.de/demenz-wissen/die-alzheimer-krankheit#:~:text=Viele%20können%20nicht%20mehr%20ohne,selbst%20führt%20nicht%20zum%20Tod. [Letzter Zugriff am 16.08.2024]
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