Arbeitsleben

Es ist oft mehr möglich, als viele denken

Arbeitsleben

Auch wenn es Ihnen unangenehm sein sollte: Wenn Sie möchten, können Sie Ihre Alzheimer-Krankheit offen ansprechen. Vor allem, wenn Sie ein vertrauenvolles Verhältnis zu Ihrem Arbeitgeber pflegen.

Am besten wenden Sie sich zuerst an eine Alzheimer-Beratungsstelle und erörten dort Ihre individuelle Situation, bevor Sie das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber suchen. Gemeinsam lassen sich oft Wege finden, wie Sie weiterarbeiten können. Die regelmäßige Tagesstruktur oder der Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen können sehr gut für Ihr Wohlbefinden sein.

Arbeiten, aber anders

Arbeit heißt: Geld verdienen, Bestätigung, Struktur, soziale Kontakte. Das muss mit einer Alzheimer-Krankheit nicht automatisch vorbei sein. Meist lassen sich Tätigkeiten finden, die weiterhin möglich sind.

  • Überlegen Sie im ersten Schritt, ob und wie Ihre Tätigkeiten angepasst werden können.
  • Ein Wechsel auf Teilzeit kann entlasten.
  • Für viele Menschen mit der Alzheimer-Krankheit kann es eine echte Erleichterung sein, Personalverantwortung abzugeben.
  • Erwägen Sie die Etablierung eines 4-Augen-Prinzips.
  • Wenn Ihre Fähigkeiten sich weiter verändern, überlegen Sie wieder, was sie anpassen können.

Nutzen Sie auch die folgenden staatlichen Hilfen.

Ein Schwerbehindertenausweis zahlt sich aus

Wenn eine Demenz-Diagnose feststeht, können Sie einen Antrag auf Schwerbehinderung stellen. Denn eine anerkannte Schwerbehinderung verbessert Ihren Kündigungsschutz. Außerdem können damit mehr Urlaubstage verbunden sein. Das bringt Ihnen mehr Zeit für Erholung. Einen Antrag auf Schwerbehinderung können Sie bei den Versorgungsämtern stellen. Mehr Informationen finden Sie auf der Website „Wegweiser Demenz“ des Familienministeriums.

Die Integrationsämter unterstützen Sie

Vom Integrationsamt in Ihrer Region können Sie Hilfe erhalten. Die Fachleute kommen zum Beispiel zu Ihrem Arbeitsplatz, um die Anforderungen einzuschätzen. Zusammen mit Ihnen wird auch festgestellt, welche Tätigkeiten für Sie passen. Das Integrationsamt hilft bei Gesprächen mit dem Arbeitgeber. Dies klärt auch Ihren Arbeitgeber zum Beispiel über Kündigungsschutz und finanzielle Förderungen auf. Insgesamt kann das Integrationsamt Ihnen helfen, weiterarbeiten zu können. Daher ist es wichtig, sich bald an Ihr Integrationsamt zu wenden. Hier finden Sie das zuständige Amt: Integrationsamt finden.

Ein Tipp: nicht vorschnell abspringen

Vielleicht ist Ihnen Ihre Alzheimer-Krankheit unangenehm. Oder Sie befürchten, nicht mehr gebraucht  zu werden oder Fehler zu machen. Den Job zu kündigen erscheint vielleicht als Lösung. Nehmen Sie sich am besten Zeit für eine solche Entscheidung.

Beachten Sie auch, dass Geld wegfällt, wenn Sie kündigen. Sie bekommen dann zum Beispiel kein Krankengeld mehr, wenn Sie krank sind. Besprechen Sie sich deshalb zuerst mit vertrauten Menschen und mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. So können Sie mit einem guten Gefühl entscheiden, ob und wie Sie weiterarbeiten.

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